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Gastbeitrag: Ängste und ihre Tücken

Wir alle haben sie. Ursprünglich waren sie in unserem Steinzeitgehirn dafür vorgesehen, uns vor wirklich lebensbedrohlichen Gefahren zu schützen. Ängste sind mittlerweile Blockaden, die uns verwehren, ein wirklich erfülltes Leben zu leben, wie wir es uns in den buntesten Träumen vorstellen können. In unserer heutigen Gesellschaft haben sich lebensbedrohliche Situationen so verringert, dass wir im Grunde alles tun könnten, worauf wir Lust hätten – wäre da nicht die Angst vor Morgen, vor dem, was passiert, wenn ich es wirklich tue – meinen Bedürfnissen nachgehen. Wir alle haben Bedürfnisse nach Sicherheit, Anerkennung, Liebe, Aufmerksamkeit und sozialer Zugehörigkeit.

Würden wir ganz nach unseren Triebimpulsen leben – wie es Sigmund Freud beschrieb – würden wir genau dieses Risiko eingehen, von unserer Umwelt nicht mehr akzeptiert und geliebt zu werden. Die meisten von uns haben genau diese Erfahrungen in ihrer Kindheit gemacht. Wir lernen, nicht angenommen und geliebt zu werden, wenn wir uns nicht den Erwartungen der Eltern entsprechend verhalten. Was daraus entsteht ist Angst vor dem Alleinsein bzw. Leere, Kontrollverlust, Ablehnung, Liebesentzug. Und obwohl uns dies nicht unmittelbar umbringen würde, ist diese Angst so groß, dass wir uns nicht trauen, wirklich das zu tun oder einzufordern, was wir brauchen. Es gibt Studien darüber, dass Säuglinge und Kleinkinder tatsächlich an dem Mangel von körperlicher Nähe sterben können. Allerdings muss hier differenziert werden. Denn das Baby ist tatsächlich abhängig von einer Bezugsperson. Reagiert diese nicht prompt auf die Bedürfnisse des Kindes, verliert das Kind sämtliches Vertrauen in die Welt, in andere Personen und auch in sich – Urvertrauen.

Wenn das Urvertrauen schon nicht richtig entwickelt wird, schleppt sich diese Entwicklungsstörung mit in die nächste Phase, in dem das Kind sich selbst und sein Handeln in der Umwelt und mit Menschen testet und kennenlernt, weiter. Es wird unsicher bleiben, sich nicht trauen, auf Bäume zu klettern oder sich auf andere Menschen einzulassen, weil es Angst hat. Es wird versuchen, alles mögliche zu kontrollieren, um sich nicht mit dem Schmerz des Verlustes konfrontieren zu müssen. Dabei kann es passieren, dass das Kind sich nicht selbstwirksam kennenlernt und deshalb abhängig bleibt und wenig Eigenständigkeit entwickelt. Nun können wir an unseren kindlichen Erfahrungen nichts mehr ändern, außer sie uns bewusst zu machen und als erwachsener, eigenverantwortlicher Mensch unser Leben selbstbestimmt in die Hand zu nehmen und sich frei von diesen Ängsten zu machen. Die gute Nachricht ist, dass es möglich ist, diese Defizite im Erwachsenenalter zu regulieren.

Oftmals spürt man in bestimmten Situationen somatische Beschwerden, die die Angst deutlich aufzeigen. Typische Angstbeschwerden sind Bauchschmerzen, Durchfälle oder Magenschmerzen. In der Verhaltenstherapie können mit bestimmten Methoden 99% der Angstpatienten geheilt werden, sofern sie sich tatsächlich ihren Ängsten stellen und sich davon wirklich befreien wollen. Entscheidend ist, dass man mutig genug ist und sich immer wieder den angstmachenden Situationen aussetzt und sie nicht vermeidet. Durch das Vermeiden wird die Angst positiv verstärkt, weil man diese Gefühle des Kontrollverlustes nicht spüren muss, was bedeutet, dass die Angst sogar stärker wird und irgendwann Kontrolle über das gesamte Leben übernimmt. Dadurch wird eine erhebliche Lebensqualitätseinschränkung initiiert, die den Menschen auch psychische Krankheiten, wie z.B Depressionen oder körperliche Erkrankungen bescheren können.
Eine Angststörung wird erst dann als solche klassifiziert, wenn man tatsächlich den Auslöser der Angst immer wieder vermeidet. Stellt man sich ihnen, merkt man immer öfter, dass man eben in den jeweiligen Situationen nicht stirbt. Dieses Gefühl merkt sich das Gehirn und man geht gestärkt heraus. Das gibt Selbstvertrauen, Vertrauen in die Welt und auch in andere Menschen.
Was immer auch in deinem Leben passiert ist, es liegt in deiner Hand, dich dafür zu entscheiden, deine Lebensqualität zu verbessern. Sei einfach mutig und stell dich. Wenn du an dem Punkt stehst, dass du denkst, du stirbst, dann brauchst du nur noch „hüpfen“ und dann hast du es geschafft. Die Welt eröffnet völlig neue Dimensionen und belohnt dich für deinen Willen. Es gibt keine Zufälle, das Schicksal bietet dir immer wieder neue Situationen, in denen du dich beweisen kannst. Hab Vertrauen, dass es dich befreien wird. Das Glück liegt auf der anderen Seite der Angst.

 

„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst,

statt dessen ist es die totale Gegenwart

von Angst – mit dem Mut ihr zu begegnen.“

Osho

 

Mein Buchtipp:

Von | 2017-03-24T18:47:48+00:00 Juni 7th, 2016|Blog, Emotionen, Gastbeiträge, Psyche|

About the Author:

PSYCH-ane schreibt für ihr Leben gerne. Sie verarbeitet Lebensumstände, Erfahrungen und Gedanken. Für die Gesunde Psyche schreibt sie über Emotionen, Erziehung, Selbstbestimmung und vieles mehr..... Lesen und genießen!