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Gastbeitrag: „LOSLASSEN“ – leichter gesagt als getan

Wer immer wieder unter Verstopfung leidet hat definitiv Probleme mit dem Loslassen auf seelischer Ebene. Ich habe in Jahr gebraucht, um mir bewusst zu machen, was das heißt. Nicht loslassen können heißt, dass ich an Etwas oder Jemandem hänge und mein Leben und mein Glück von diesem anderen abhängig mache. Neulich erzählte mir ein guter Freund, ein Moslem, dass es im Islam das Bild eines Blutegels gibt, der durch die Verschmelzung von Samen- und Eizelle entsteht und schließlich immer an etwas klebt bzw. hängt.

Für einige von uns ist es eine Lebensaufgabe, die darin besteht, sich frei zu machen, auch wenn das manchmal sündiges Verhalten mit sich bringt. Entscheidend ist, sich glücklich zu machen, unabhängig von jemand anderen. Loslassen bedeutet den anderen so sein zu lassen, wie er ist. Denn jeder ist so in Ordnung, wie er ist. Auch du bist in Ordnung, so wie du bist. Es ist okay, Fehler zu machen, wütend zu sein, ängstlich oder Nähe bedürftig zu sein. Es ist in Ordnung, wenn man mal raus will oder die Grenzen erreicht sind. Niemand ist perfekt und niemand kann alles. Wenn wir uns selbst zugestehen, uns so anzunehmen, wie wir sind – mit allen Stärken und Schwächen, können wir auch andere so annehmen, wie sie sind.
Wie steht es mit dir? Was kannst du nicht loslassen? Woran klebst und hängst du zu sehr, dass du dich dabei in den Hintergrund schiebst? Denk dran, du bist der Hauptdarsteller deines Lebens. Niemand anderes lebt dein Leben und spielt deine Geschichten. Was nützt es dir, am Ende deiner Tage sagen zu können: „Ich habe immer das gemacht, was andere von mir erwartet oder verlangt haben“? Wenn du die Geschichten nicht erzählen kannst, die du gern erlebt hättest? Welche Lasten trägst du mit dir herum, die nicht zu dir gehören, nur weil dir Jemand eingeredet oder vorgelebt hat, dass man die Last eines anderen mittragen muss?

Ich schlage eine Übung vor: Nimm dir einen Stein und schreibe dein Laster oder den Namen der Person von der du dich trennen willst drauf. Dann wirfst du den Stein so weit, wie möglich in den nächsten Fluss oder See. Befreie dich damit von deiner Last oder dem Problem des anderen. Akzeptiere, dass derjenige seine Last selbst tragen muss und du das Recht hast, dein eigenes Leben zu leben. Schreibe danach fünfmal mit der entgegengesetzten Schreibhand „Ich habe das Recht, ich selbst zu sein“ und „Ich lasse die Erwartungen los, die andere an mich haben“ auf Papier. Vielleicht gehörst du zu denjenigen, die von ihren Schuldgefühlen nicht loskommen?! Dann solltest du akzeptieren, dass andere Menschen auch ihre Freiheit haben und ihre eigenen Entscheidungen treffen, etwas zu tun oder eben nicht zu tun. Ich habe beispielsweise jahrelang eine bestimmte Person „gegängelt“, mit mir die Dinge zu tun, die ICH gerne möchte. Das wurde anstandslos zugelassen, ohne Protest oder Äußerung eigener Wünsche. Jahre später erkannte ich, dass meine fordernden Verhaltensweisen und sein Unvermögen Grenzen zu setzen zu einer schwierigen Situation beigetragen haben. Es gibt in diesem Sinne keine Schuld, da fast jede Situation durch eigenes Verhalten oder Nichtstun zu der geworden ist, wie sie ist. Da jeder in Ordnung ist wie er ist und auch Fehler machen darf, bekommen Konfliktsituationen einen verständnisvolleren Charakter, so dass die Lösung meist nicht weit weg ist.

Anzuerkennen, dass eigene Verhaltensweisen zu der Situation beigetragen haben, hilft auch dabei, zu verzeihen. Wenn ich an partnerschaftliche Verletzungen, wie z.B. Fremdgehen denke, möchte ich unbedingt anmerken, dass man nicht für den Fremdgeher verzeiht, sondern allein für sich. Wenn man dem anderen Fehler zugesteht, die man vielleicht selbst nicht begehen würde, ist eine große Hürde geschafft. Dabei ist im Hinterkopf zu behalten, dass jeder in seiner Individualität verschieden ist und deshalb jeder die verschiedensten Fehler macht. Es gibt mehrere Methoden, um sich von Verletzungen und Kränkungen zu verabschieden. Eine davon wäre, sich genau zu hinterfragen. Wollte der andere mich wirklich verletzen? War dies seine Hauptintention? Was weißt du wirklich über die innerste Motivation des anderen? Manchmal hilft es auch, erst einmal alle Verletzungen aufzuschreiben, um sich dessen bewusst zu werden. Dann gilt es zu verzeihen, nicht unbedingt persönlich, dafür zum Mindest innerlich. Dazu gibt es auch speziellen Übungen, die mir innerhalb kürzester Zeit eine große Erleichterung verschafften, obwohl ich vorher dachte: „Was ist den das für Schnulli?! Das bringt doch nichts.“ Doch! Es bringt viel. Als nächstes könntest du dich fragen, wer dich in deiner Vergangenheit kontrolliert hat und wer dich nicht loslassen konnte. Wer kontrolliert dich immer noch? Und wen kontrollierst du in deiner Familie oder deinem näheren Umfeld? Was oder wen kannst du loslassen? Welche Verpflichtungen kannst du entbehren? Wovon willst du dich befreien?

Der Optimist macht aus Schwierigkeiten Möglichkeiten, der Pessimist findet in jeder Möglichkeit eine Schwierigkeit. Zu welcher Gruppe gehörst du?

Es fällt besonders schwer loszulassen, wenn eine Trennung im Raum steht oder eine Krankheit, ja sogar Tod. Alte Weisheitslehren kamen zu der Erkenntnis, dass Widerstand gegenüber dem, was ist, Leid verursacht. Das bedeutet, es wäre gesünder und würde letztlich glücklicher und befreiter sein, wenn wir das annehmen, was ist. Es gibt ganz festgelegte Trauerphasen, die auch unbedingt durchlaufen werden sollten. Irgendwann muss das Leben weitergehen und das fällt oft schwer. In dieser Phase kann es helfen, sich wieder auf sich und die eigenen Bedürfnisse, Ziele, Träume und Wünsche zu fokussieren. Was kannst du? Was macht dir Spaß? Was hat dir in der Vergangenheit in schlechten Phasen geholfen? Lass die anderen sein, wie sie sind und konzentriere dich wieder auf deine Belange. Mach dir bewusst, dass jeder sein eigenes Leben führt und jeder selbst für seine Entscheidungen oder sein Nichtstun verantwortlich ist. Es heißt nicht, dass du dich isolieren sollst, sondern nur, dass du andere nicht mehr kontrollieren sollst. Du kannst dich trotzdem um andere kümmern, solltest allerdings akzeptieren, dich nur um das zu kümmern, was dich betrifft. Lebe im Hier und Jetzt, nicht in der Vergangenheit und nicht zu sehr in der Zukunft. Genieße jeden Augenblick, den du auf diesem Planeten verbringen darfst und denk‘ daran, dass alles seinen Sinn hat!

Von | 2017-03-13T13:17:51+00:00 Oktober 15th, 2016|Blog, Gastbeiträge, Psyche, Therapie|

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PSYCH-ane schreibt für ihr Leben gerne. Sie verarbeitet Lebensumstände, Erfahrungen und Gedanken. Für die Gesunde Psyche schreibt sie über Emotionen, Erziehung, Selbstbestimmung und vieles mehr..... Lesen und genießen!